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Allgemein, Mode

Interview: Thies und Stephan von FRISUR Clothing

Wir schreiben das Jahr 2007. Thies Meyer und Stephan Sunder-Plassmann drücken noch die Schulbank und gründen ganz nebenbei ein Modelabel. Sie produzieren T-Shirts im Elternhaus, vertreiben diese zunächst an Freunde – bis die Nachfrage steigt. Heute leben die beiden Jungdesigner mit ihrem Modelabel FRISUR Clothing im schönen Kreuzberg in Berlin.

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Thies und Stephan haben sich bereits zu Schulzeiten kennengelernt und sich für Mode fasziniert. Aufgewachsen in Norddeutschland und inspiriert von dem unweit entfernten Dänemark, zog es die Jungdesigner und Labelgründer in die Kreativmetropole Berlin, wo beide ein Studium an der Universität der Künste absolvierten. Parallel bauten sie ein Label auf, dass sich von vielen deutschen Konkurrenten unterscheiden mag: FRISUR. Denn hier treffen lokale Produktionsstätten auf hochwertige Materialien und faire Verkaufspreise. Auf der Seek in Berliner traf ich Thies und Stephan für ein Interview.

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Wofür steht Frisur?

Thies: Multidisziplinär, hochwertig, zeitgemäß.

Stephan: Wir kombinieren deutsches Design, deutsche Funktionalität, mit skandinavischem Minimalismus. Wir kommen ursprünglich so ganz aus dem Norden von Deutschland und sind so um die 40km von der dänischen Grenze entfernt aufgewachsen. Ein gewisser skandinavischer Einfluss zeichnet sich in unseren Kollektionen immer wieder ab.

Wann gab es euer erstes Produkt?

T.: Das erste Produkt gab es im Jahr 2007. Wir haben damals in der Heimat, bei Stefan im Haus, eine kleine Druckwerkstatt gehabt und haben da immer T-Shirts für Freunde produziert. Von Anfang an auch für Männer und Frauen. Es macht uns bis heute Spaß für beide Geschlechter zu arbeiten. Ich hab das Gefühl, bei den Männern kann man ein bisschen technischer sein und bei den Frauen einfach mehr ausprobieren. Auch die Kollektionsthemen noch extremer ausarbeiten. Die trauen sich einfach mehr.

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Was zeichnet eure Herbst/Winter 2015 Kollektion aus?

T: Wir haben uns von Satellitenaufnahmen der Arktis inspirieren lassen. Wir haben abgewandelte Aufnahmen von der NASA als Prints umgesetzt. Davor haben wir viel recherchiert, wie es da aussieht, wie die Menschen da leben – Was total spannend ist: Auf der einen Seite wird dort total viel High Tech Weltraumforschung betrieben und auf der anderen Seite leben da Menschen, die echt noch Felle tragen. Wir haben versucht, die Mischung zwischen diesem technischen Stoffen und gleichzeitig dieser krassen Welt, die ein bisschen ethnisch ist, zusammenzubringen. Wir haben mit Fellen gearbeitet und entsprechend ist auch die Farbwelt der Kollektion Schwarz, Weiß. Durchbrochen wird das Bild mit dem arktischen Blau.

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Welche Materialien habt ihr für die Kollekton verwendet?

S: Das Arctiv Moods Thema setzt sich auch auf den Qualitäten um: Bei den Hemden haben wir Flanell-Qualitäten verwendet. Super softe Stoffe. Bei den Jacken haben wir dann einen funktionalen, wasserdichten Parka mit weicher Futterkonstruktion, vielen Taschen und abnehmbarer Kapuze. Bei den schlichteren Wollmänteln haben wir zum Beispiel einen Kaschmiranteil. Für unseren Strick haben wir einen schönen italienischen Garnlieferanten gefunden, der auch Merinoqualitäten und Kaschmir hat.

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Seit wann führt ihr eine eigene Schuhkollektion? 

T: Damit haben wir im Winter 2014 begonnen. Wir planen jedoch nicht jede Saison komplett neue Modelle zu entwickeln, weil man die Qualitäten auch mehrere Jahre tragen kann. Zum Sommer haben wir einen Sneaker mit Lederfutter und Ledersohle entwickelt. Alle Schuhe werden in der Frisur-Box mit Frisur-Schuhlöffel ausgeliefert. Zudem produzieren wir in Kooperation mit einem Berliner Hersteller Lederaccessoires. Es gibt zu den Schuhen dann im gleichen Leder einen Brustbeutel.

Eine Klare Linie.

S: Ja. Das ist Frisur.

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Wo lasst ihr denn eigentlich eure Frisurkollektion produzieren?

Gestrickt wird unsere Knitwear in Rumänien. Die Garne kommen aus Italien. Abgesehen von dem Strick und den Shirts, wird das meiste in Portugal gemacht. Für uns ist es wichtig, dass alles in Europa produziert wird und die Transportwege überschaubar bleiben.

In welchen Stores ist Frisur vertreten?

S: Wir sind zum Beispiel im Dost in Berlin in der Kastanienallee vertreten. In Hamburg im Cream und At first sight in Wien. Und in unserem eigenen Onlineshop über frisurclothing.com gibt es die ganze Kollektion.

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Welche Berliner Labels haben eurer Meinung nach, abgesehen von euch, noch mehr Aufmerksamkeit verdient?

 T: Spannend finde ich Simon&Me. Dieses Label ist so unglaublich konsequent und vertritt wirklich ein neues Konzept. Ein ganz anderer Design Ansatz. Es gibt nur eine handvoll Produkte, zeitlose Basics, deren kompletter Produktionsweg wahrhaftig designt wurde.

Eine letzte Frage – Was ist euer Lieblingsort in Berlin?

T: Mit dem Schlauchboot auf dem Kanal.

S: Ja.

Ok, ihr versteht euch also!

S: Mit Thies im Schlauchboot auf dem Kanal.

Zusammen im Schlauchboot – ok! Wer rudert, wer lenkt?

T: Hälfte, hälfte.

S: 50 – 50: Jeder kriegt ein Paddel.

 Wir sehen – bei euch ist man sich einig. Wir wünschen euch ganz viel gemeinsamen Erfolg für die Zukunft, die kommende Saison, und überhaupt! Lieben Dank für das nette Interview!

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Text & Interview: Hanna Janzen | Fotos: Alica Schellhorn

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