WEMAKETHECAKE DIE SACHE MIT DEN GESCHENKEN (3)
Allgemein

Die Sache mit den Geschenken

Erst vor Kurzem hat Miriam eine ganz herzliche „Die Sache mit“-Kolumne veröffentlicht. Weil sie eine ganz besondere Meinung zum Thema Weihnachtsgeschenke hat, und ich mein Geburtstags- und Christmasgift bereits anfang Dezember auspacken durfte, habe ich sie um einen weiteren, geschriebenen Diskurs gebeten. Hier kommt das Resultat! Danke, liebste Miriam!

Ich hasse es, Geschenke zu kaufen. Dabei schenke ich gerne! Aber zu einem bestimmten Datum das perfekte Geschenk haben zu müssen finde ich furchtbar. Es setzt mich unter Druck, wie eine Prüfung. Die  Bewertung findet bei der Bescherung statt. Geprüft werden Kreativität und Kenntnis über den zu Beschenkenden. Das Geschenk kann dabei in einer oder mehreren der folgenden Kategorien liegen.

Der totale Fehlgriff
Was soll ich sagen? Die ganze Mühe, der ganze Aufwand war umsonst, denn dieses Geschenk ist einfach falsch. Das Traurige daran ist, dass sich jemand wirklich etwas überlegt hat und vermutlich lange gesucht hat. Wer es bekommt, weiß das, sobald er den letzten Streifen Geschenkpapier gelöst hat und es sieht. Ein bisschen wie der Moment, in dem man realisiert, dass man in Hundekacke getreten ist. Nur, dass man sich ja über das Geschenk ja freuen will. Also bedankt man sich lächelnd, während man überlegt, ob die Person, die einem das gegeben hat, einen vielleicht hasst.

Das Risiko Geschenk
Diese Geschenke bewegen sich an dem schmalen Grat zwischen dem perfekten Geschenk und einem totalen Fehlgriff. Es sind die Dinge, vor denen man lange im Laden steht und überlegt, bevor man mutig und beherzt zugreift. Deswegen sollte, selbst wenn es der totale Fehlgriff ist, der waghalsige Mut anerkannt werden. Oft weiß man ja selbst, dass es sich um ein Risiko Geschenk handelt und unter Freunden kann man sich auch sagen, wenn es einem nicht gefällt. 

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Das Random Geschenk
Die Random Geschenke kann man im Grunde auf Vorrat kaufen. Es sind Sachen, die man jedem schenken kann, weil auch jeder sie gebrauchen kann: Geld, Gutscheine, Schokolade oder Wein. Nicht besonders kreativ, aber eben wenigstens brauchbar. Man vermeidet damit den totalen Fehlgriff.

Die Spaßgeschenke
Sie sind den Random Geschenken sehr ähnlich. Spaßgeschenke sind gut, wenn man die Person nicht gut kennt, die es zu beschenken gilt. Oder man kennt die Person, aber findet nicht das perfekte Geschenk. Etwas zum Lachen ist dann keine schlechte Alternative. Ich bin aber ganz stark dafür, dass Spaßgeschenke für eine einmalige Verwendung gedacht sind. Sachen, die ohne Verwendung direkt nach der Party im Müll landen, sind rausgeschmissenes Geld. Von Dingen wie einem Tischfeuerwerk mit Happy Birthday Melodie hat man zum Beispiel noch am selben Abend was. Keine Kür, aber die Pflicht ist erfüllt.

Die selbstgemachten Geschenke
Selbstgemachte Geschenke sind schwierig. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass man das eigene Können überschätzt und das, was man selbst als moderne Tonskulptur sieht, für jeden anderen bloß ein Klumpen Dreck mit Lasur ist. Zum anderen ist der eigene Geschmack nicht allgemeingültig. Ich finde toll, was meine Freunde so basteln, malen und designen. Die können das und es sieht klasse aus. Aber in deren Wohnung. In meiner eigenen kann das gleiche Teil total furchtbar wirken und fehl am Platz sein. Ich denke, viele wagen das Risiko aber trotzdem. Denn wenn etwas Selbstgemachtes gut ankommt, ist es das perfekte Geschenk, weil es so persönlich ist und einzigartig und man sich wirklich viel Mühe gegeben hat. Mir ist das Risiko zu groß.

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Das perfekte Geschenk
Da brauche ich nicht viele Worte: Mit diesem Geschenk wurden alle Erwartungen übertroffen. Oft ist es etwas, woran jemand lange Freude hat. Perfekte Geschenke hinterlassen bei Schenkendem und Beschenktem gleichermaßen ein gutes Gefühl. Nur findet man sie meistens nicht, wenn man sie sucht.

Eigentlich wäre es mir am liebsten, alle würden aufhören, Geburtstage und Weihnachten als Pflichttermine für eine Geschenkübergabe zu sehen. Es macht mir viel mehr Spaß, meine Freunde ganz unerwartet zu überraschen. Denn das perfekte Geschenk taucht manchmal einfach auf. Ich sehe es und weiß: Darüber freut sich die Person. Wenn es alle so machen würden, hätte niemand mehr diesen Stress zu Weihnachten. Und man bekäme vielleicht sogar häufiger Geschenke. Aber weil das leider nicht der Fall ist, bin auch ich vor Weihnachten und vor Geburtstagen auf der Suche. Es ist unangenehm als einziger Gast auf einer Geburtstagsparty kein Geschenk zu haben. Und wenn mir meine Verwandten zu Weihnachten etwas schenken, will ich ihnen auch gerne etwas geben.

Weil meine ganze Familie im Allgäu wohnt, habe ich dieses Jahr jeden von ihnen gebeten, für ein jeweils anderes Familienmitglied einen Gutschein für deren Lieblingsrestaurant zu besorgen. Ich habe es mir einfach gemacht, ich weiß. Aber es war so entspannt, dass ich glaube, ich werde das jetzt jedes Jahr so machen. Die perfekten Geschenke gibt es dafür einfach so, mal zwischendurch!

Text: Miriam Zenner | Fotos: via tumblr

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